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Wöhrl-Cup 2017

Aus etlichen Bundesländern reisen die Spieler seit Jahren an – mit Auto, Wohnmobil oder per Bahn – kein Weg ist ihnen zu weit. Und jedes Jahr wächst die Spielerzahl. Aber neben erfreulich hohen Teilnehmerzahlen ist vor allem auch das Niveau jährlich gestiegen.

 

Am Montag starteten neben den Damen und Herren auch hoffnungsvolle Nachwuchstalente unter 18 Jahren. Fast 160 Teilnehmer waren gekommen. Vor allen Dingen sind über 25 Spieler und Spielerinnen in der Deutschen Tennisrangliste an Platz 87 bis 642 geführt. Ein Garant für hochklassiges Tennis auf unserer Anlage.

 

Auch der Vorjahressieger, Marcel Strickroth aus Bamberg, trat auch dieses Jahr an um seinen Titel zu verteidigen. Mit Natali Gumbrecht hatten wir auch eine mittelfränkische Top-Spielerin die den Titel anvisierte. Selbst der Wettergott hatte ein Einsehen, denn am Montag stiegen wieder die Temperaturen auf ein sommerliches Niveau.

 

Für alle Tennisbegeisterte eine gute Gelegenheit auf unserer schönen Anlage ein wenig auszuspannen und dabei spannende Matches zu sehen. Spannendes und hochklassiges Tennis wurde in den Turniertagen geboten. Eine Überraschung war allerdings das Ausscheiden von Andre Büttner. Der topgesetzte Spieler von CaM Nürnberg musste leider mit einer Schulterverletzung aufgeben.

 

Überraschend aus dem oberen Drittel setzte sich Rafael Giotis bis ins Halbfinale durch. Hier traf er auf Marcel Strickroth vom TC Bamberg, dem Titelverteidiger. Diesem gelang mit jeweils einem Break in den Sätzen den vorwärts stürmenden Rafael die Grenzen aufzuzeigen.

 

Das andere Halbfinale bestritten, ohne Überraschung, Alexander Braun vom MTTC Iphitos, München und Felix Ewers vom TSC Hansa Dortmund. Wobei Felix an Position 167 der deutschen Rangliste steht und Alexander auf 212. Hier gab es ein turbulentes Match. Konnte sich Alexander den ersten Satz im erwarteten heißen Schlagabtausch noch mit 7:5 sichern, so musste er den zweiten Satz ohne Spielgewinn mit 0:6 beenden. Gespannt war man dann auf den Match-Tiebreak. Nervenstark konnte Alexander Braun diesen dann mit 10:6 für sich entscheiden.

 

Im Finale wartete dann Marcel Strickroth vom TC Bamberg. Waren auch nur wenige Zuschauer gekommen so sahen sie Tennis vom Feinsten auf unserer Anlage. Beide begannen hochkonzentriert und so wurde erbittert um jeden Punkt gefightet. So mancher Stopp war zwar gelungen, jedoch der Gegner erwischte ihn noch und verwandelte diesen zum Leidwesen seines Gegners. Beide unerhört laufstark, zeigten ihr Können auch in druckvollen langen Ballwechseln. Gerade die Vorhandschüsse von Marcel ließen Alexander Braun verzweifeln. So endete der 1. Satz verdient mit 6:3 für den Titelverteidiger. Der 2. Durchgang verlief ganz nach dem Geschmack von Marcel. Konnte er sich doch relativ schnell mit 3:1 absetzen.

 

Sah es zwar nach einem Waterloo für Alexander aus, doch er gab nicht auf und erkämpfte sich noch weitere 2 Spiele. Mit einem weiteren 6:3 endete dann auch dieser Satz für den Marcel. Damit hatte er seinen Titel erfolgreich verteidigt.

 

Bei den Damen glänzte die 16-jährige Sina Herrmann mit einer lupenreinen Bilanz. Gab sie doch lediglich 2 Spiele in 3 Matches ab. Mit ihrem sicheren Spiel und den wuchtigen Vorhandwinnern dominierte sie ihre Gegnerinnen nach Belieben. In Runde 1 war Ann-Katrin Inderthal, vom CaM Nürnberg, hoffnungslos unterlegen und musste mit der ungeliebten “Brille“, 0:6 und 0:6 das Feld räumen.

 

Obwohl Katharina Rothacker, vom TSC Renningen, mit einem Sieg über die deutsche Ranglistenspielerin Julia Mautner, vom TF Dachau aufhorchen ließ war sie ohne echte Chance. Ihr erging es mit 0:6 und 1:6 nicht viel besser, so überlegen agierte hier Sina Herrmann.

 

Auch die nächste Gegnerin, Anna Maria Kauper von der Coburger Turnerschaft, war gut in das Turnier gestartet. Hatte sie doch mit LK 7 die wesentlich stärker eingeschätzte Joyce Behnke, vom TC Rot-Weiß Bayreuth (DR 440), mühelos mit 6:3 und 6:2 nach Hause geschickt. Im Achtelfinale schaffte sie auch noch Antonia Schmid, TC Bamberg (DR 337) mit 6:2 und 6:1 aus dem Turnier zu werfen. Man war gespannt wie Sina Herrmann mit dieser kampfstarken Gegnerin zurecht kommen würde. Doch Sina entledigte sich dieser Aufgabe mit Bravour. Kaum gestartet flogen Anna Maria die Bälle nur so um die Ohren. Es gab kaum Ballwechsel über 3 Ballwechsel, und schon schlugen die Retourns von Sina links und rechts ein. Lediglich ein Aufschlagsspiel konnte Anna Maria für sich verbuchen. Das überraschende Endergebnis hieß dann 6:1 und 6:0 für Sina.

 

Maja Saur wartete dann im Halbfinale auf Sina. Die Gegnerin vom TSG Bruchsal hatte bereits die an 3 gesetzte Lena Widmann vom TV Reutlingen nach einem kräftezehrenden Match mit 3:6, 6:3 und 13:11 den Weg ins Halbfinale versperrt.

 

Doch auch Maja Saur konnte Sina Herrmann zu keiner Zeit gefährden. Sicher und souverän gestaltete Sina das Match. Das Ergebnis 6:1 und 6:1 sprechen eine deutliche Sprache für das Potential von Sina. Auf dem Weg ins Finale hatte Sina somit lediglich 3 Spiele abgegeben.

 

Aber auch in der anderen Hälfte des Tableaus überzeugte Natali Gumbrecht mit tollem läuferischen Einsatz und konzentriertem klugem Spiel. Wobei auch sie mit druckvollen Retourns die Gegnerinnen verzweifeln ließ. Welche Kampfkraft sie besitzt musste Caroline Luther vom TC Bamberg leidvoll erfahren. Caroline führte zwar schnell mit 2:0 im ersten Satz. Doch Natali kam dann erst richtig auf Touren. Sie holte das Break zurück und lieferte mit dem Gewinn des ersten Satzes, der über 2 Stunden dauerte (!) eine überzeugende Leistung ab. Im 2. Durchgang führte sie auch gleich mit 1:0. Ihre Gegnerin gab dann sichtlich erschöpft auf.

 

Das Viertelfinale gestaltete sich, trotz aufopferndem Kampf von Xenia de Luna vom TC Blau-Weiß Villingen, doch einseitig für Natali Gumbrecht. Mit einem nie gefährdetem 6:1 und 6:1 wies sie Xenia in die Schranken. Auf dem Weg ins Finale steht ihr nur noch eine weitere Ranglistenspielerin, Finja Pollen vom TC Rotweiß Gersthofen, im Wege. Hatte diese doch die an Position 8 gesetzte Tamara Blum vom TC BW Zuffenhausen nach einem Kopf an Kopf Duell mit 6:3 3:6 und 10:8 im Match-Tiebreak besiegen können.

 

Voll fokussiert ging Natali in das Halbfinal-Match. So ging sie auch schnell in Führung und beendete den ersten Satz mit einem souveränen 6:1. Aber Finja gab sich noch nicht geschlagen. Diesmal machte sie sogar einen Rückstand von 1:3 zunichte. Beim Stande von 4:5 endete die Aufholjagd und Natali Gumbrecht ließ sich nicht beirren. Mit einem sicheren 6:4 über die toll kämpfende Finja erreichte sie das Finale.

 

So war es nicht verwunderlich dass sich im Finale die an 1 und 2 gesetzten Spielerinnen Sina Herrmann und Natali Gumbrecht gegenüberstanden. Wobei der erst 16 Jahre alten Sina, aufgrund ihres aggressiven Spiels, die Favoritenrolle zukam. Dem gegenüber standen die Erfahrung und die Kampfkraft von Natali. Das Match begann etwas nervös von beiden Seiten.

 

Verwundert rieben sich die Zuschauer die Augen. Sina erstmals gefordert, neigte dann auch zu wesentlich mehr Fehlern. Natali spielte variabel und ließ Sina nicht ihren Rhythmus finden. Bis zum 4:1 für Natali war sie klar die bessere Akteurin. Sehenswerte Ballwechsel und tolle läuferische Leistung der beiden Spielerinnen begeisterten die Zuschauer.

 

Doch Sina holte auf und bald stand es schon 4:4. Natali konterte noch einmal und nahm Sina den Aufschlag zum 5:4 ab. Bei eigenem Aufschlag ging das Kopf an Kopf Duell in eine entscheidende Phase. Siebenmal hieß es Vorteil für Natali, doch etwas glücklos konnte sie den Satz nicht zu machen. Sina brachte das folgende Aufschlagsspiel durch und es stand somit 6:5 für Sina. Natali stand nun erheblich unter Druck und verlor leider ihr Aufschlagsspiel und damit den ersten Satz. Schade für unsere letzte mittelfränkische Vertreterin. Im zweiten Satz wurde Sina immer sicherer und erarbeitete sich leichte Vorteile. Gehandicapt durch den so unglücklichen Satzverlust fand Natali nicht mehr zu ihrer starken Anfangsform. Dazu plagten sie auch noch Schmerzen an einem Zeh. Alles Dinge die für ein Duell auf so hohem Niveau das Quäntchen an der Waage sein konnte. Doch letztendlich hat Sina mit einer glänzenden Vorstellung ihres Powertennis dem Turnier ihren Stempel aufgedrückt und verdient gewonnen.

 

Charly Hering

 

Pressewart -Tennis- ESV Flügelrad

 

 

 

 

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