Ein Tennis-Krimi und ein Abbruch

Titelverteidigerin Kiki Bertens gegen Misaki Doi heißt am Freitag die eine Halbfinal-Paarung beim 5. WTA-Turnier „NÜRNBERGER Versicherungscup,“ die Gegnerin von Barbora Krejcikova wird erst ab 12.30 Uhr ermittelt, weil das Spiel zwischen Yulia Putintseva und Sorana Cirstea beim Stand von 3;6, 6:3, 4:4 wegen Dunkelheit um 21.05 Uhr abgebrochen wurde. Und wo sind die deutschen Spielerinnen geblieben?

„Alle Neune“ sind angetreten, und der einen oder anderen Spielerin, wie Laura Siegemund oder Julia Görges, durfte man durchaus den Turniersieg zutrauen. Doch der Traum von der ersten deutschen Siegerin in Nürnberg ist am Donnerstag im Viertelfinale geplatzt. Denn als letzte Deutsche ist Carina Witthöft in drei Sätzen an Barbora Krejcikova gescheitert.

 

Der Vatertag war ein Publikums-Hit! Witthöft und Krejcikova lieferten einander einen wahren Tennis-Krimi auf dem nahezu ausverkauften Center Court. Und beide Spielerinnen sahen bemitleidenswert aus mit ihren dick bandagierten Oberschenkeln. Nach 2:19 Stunden sah Carina Witthöft schon wie die sichere Siegerin aus, doch die 19-Jährige - die zuvor einen 3:5-Satzrückstand aufgeholt hatte - vergab einen Matchball nach dem anderen. Fünf insgesamt! Das sollte sich rächen. Nach exakt 2:28 Stunden verwertete die 21-jährige Tschechin im Tiebreak ihrerseits den Matchball zum 3:6, 6:3, 7:6-Erfolg.

 

Als Qualifikantin im Halbfinale - für Barbora Krejcikova hat sich sehr wohl ein Traum erfüllt. Die in Brünn geborene Spielerin liegt im WTA-Ranking an 224. Stelle (Witthöft ist Nummer 80), ihr bestes Ranking hatte sie 2015 auf Platz 140. Seit Wochen plagt sie sich mit einer hartnäckigen Knieverletzung herum. „Nach den French Open werde ich eine Pause einlegen, um die Verletzung auszukurieren“, sagte die strahlende Siegerin.

 

Klar, dass Carina Witthöft ihre Enttäuschung nicht verbergen konnte, entsprechend wortkarg war sie beim obligaten Pressegespräch. „Wegen Adduktorenproblemen konnte ich nur 30 Prozent meines Leistungsvermögens abrufen, das hat mich schon genervt.“

 

Vor Krejcikova hatte sich bereits Misaki Doi für das Halbfinale qualifiziert, die Japanerin profitierte nach dem Gewinn des ersten Satzes (6:4) von einer Verletzung ihrer Gegnerin Yaroslava Shvedova. Die Kasachin musste aufgeben. Dann zeugte Kiki Bertens beim 6:4, 6:3 gegen die US-Amerikanerin Alison Riske, dass sie bereit ist, ihren Titel zu verteidigen.