Vier Top-Begegnungen an Himmelfahrt

Morgen ist Viertelfinaltag beim NÜRNBERGER Versicherungscup, allmählich biegt das mit 250.000 US Dollar dotierte WTA-Damenturnier auf die Zielgerade ein. Und das mit sportlich erstklassigem Anspruch. „Dass sich vier Gesetzte unter den letzten Acht befinden, hatten wir in den ersten vier Jahren noch nie“, sagt Turnierdirektorin Sandra Reichel.

An der Spitze des Feldes steht nach wie vor Titelverteidigerin Kiki Bertens. Mit ihrem 7:5, 6:2-Erfolg am Mittwoch über die gerade im ersten Satz bravourös kämpfende Annika Beck hat die Niederländerin weiter Selbstvertrauen getankt: „Die Umstände waren nicht ganz einfach, es war kühler und windiger als am Vortag. Aber ich bin trotzdem gut zurecht gekommen und mit meinem Spiel sehr zufrieden.“ Auch ihre Gegnerin Alison Riske aus den USA wusste bislang auf ganzer Linie zu überzeugen – die an Nummer 5 Gesetzte hatte sich schon am Dienstag durch ein sicheres 6:2, 6:2 über Kirsten Flipkens für die Runde der letzten Acht qualifiziert.

 

Die einzige von ehemals neun Deutschen im Hauptfeld ist Carina Witthöft. Ob sie darüber erstaunt sei? „Darüber mache ich mir keine Gedanken“, sagte die Hamburgerin. „Ich fahre zu jedem Turnier, um es zu gewinnen.“ Vielleicht klappt es ja tatsächlich mit ihrem ersten WTA-Titel ausgerechnet in Nürnberg. Doch ihre Gegnerin Barbora Krejcikova aus Tschechien hat gegen Laura Siegemund ein tolles Match abgeliefert – bis zu jenem verhängisvollen Moment nach 2:34 Stunden Spielzeit. Beim Stand von 6:4, 5:5 und 15:30 aus Sicht Siegemunds verdrehte sich die Stuttgarterin bei einem langen Ausfallschritt das rechte Knie und blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem roten Ascheboden liegen. Nach der Erstversorgung durch die Turnierärztin und die WTA-Physiotherapeutin auf dem Center Court wurde sie wenig später in ein Nürnberger Krankenhaus gefahren. Wie schwer die Verletzung ist, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Turnierdirektorin Sandra Reichel bedauert den Vorfall außerordentlich: „Das tut mir sehr leid für Laura. Ich hoffe, dass sich die schlimmsten Befürchtungen nicht bestätigen.“ Auch Bundestrainerin Barbara Rittner, die den Sturz mitverfolgt hat, zeigte sich schockiert: „Laura war in der Form ihres Lebens. Ich hatte ihr auch in Paris einiges zugetraut. Jetzt müssen wir erst einmal abwarten, was genau passiert ist.“

 

Weiter im Titelrennen sind die beiden Kasachinnen Yulia Putintseva (Nr. 2 des Turniers) und Yaroslava Shvedova (7). Putintseva trifft im Kampf um den Halbfinaleinzug auf Sorana Cirstea aus Rumänien, Shvedova bekommt es im ersten Match des Tages mit der Japanerin Misaki Doi zu tun (Beginn 11.00 Uhr).

 

Carina Witthöft ist die einzige Deutsche im Viertelfinale des NÜRNBERGER Versicherungscups 2017. Foto: Getty Images für NÜRNBERGER Versicherungscup