Zum richtigen Moment los lassen und den Trainern vertrauen

Podiumsdiskussion mit Judy Murray, Barbara Rittner und Barbara Schett-Eagle / Geburtstagsfeier mit Riesentorte und einer Überraschung für Annika Beck

Riesengroß war am Sonntagvormittag beim „NÜRNBERGER Versicherungscup“ das Interesse an einer Podiumsdiskussion mit drei „großen Damen des Tennissports“: Judy Murray, Barbara Rittner und Barbara Schett-Eagle. Ein Sohn die Nummer eins der Welt im Einzel, der andere im Doppel – Andy und Jamie haben Judy Murray zu einer glücklichen „Tennismutter“ und erfolgreichen Trainerin gemacht. Wobei die charmante Schottin stets betont, ihre Söhne „niemals gepusht zu haben.“

Schon gar nicht im Kindesalter. „Es war mir immer wichtig, dass meine Söhne Spaß haben und verschiedene Sportarten ausprobieren, großes Augenmerk habe ich auf eine gute Koordination gelegt. Andy war ein sehr talentierter Fußballer, Jamie hatte mit 15 Jahren im Golf Handicap drei.“ Und dennoch sind die beiden Murrays im Tennis Weltklasse geworden. „Ja, die Kinder liebten diesen Sport, sie sind vom Typ her ganz unterschiedlich. Jamie war der pflegeleichtere von beiden, Andy ist ein wenig muffig, eher die Mama“, verriet Judy Murray.

 

Auch bei Deutschlands „Tennisfrau Nummer eins“, wie Moderator Markus Theil von Eurosport Barbara Rittner begrüßte, hatten die Eltern einen Riesenanteil an der Karriere. „Ja, sie haben mich mit sechs Jahren zum Club gebracht, und da habe ich meine Liebe zum Sport entdeckt“, verriet die Fedcup-Chefin. Und was rät Rittner den Eltern, die sie um Rat fragen zur Entwicklung ihres Kindes im Tennissport? „Als Trainerin ist wichtig zu wissen, was die Spielerin selbst will. Da braucht man auch Fingerspitzengefühl, muss offen mit den Eltern reden, ihnen Mut machen“, erklärte Barbara Rittner. Ihre Anregung für Tenniseltern: „Lasst zum richtigen Zeitpunkt los und vertraut den Trainern.“

 

„Die Eltern haben mich zum Tennis geführt, sie waren prinzipiell sehr bedacht darauf, dass ich mit Sport groß werde“, erzählte Barbara Schett-Eagle, die als 14-Jährige in Kitzbühel zum ersten Mal an einem WTA-Turnier teilgenommen hatte. „Mit 14 bin ich dann von Innsbruck nach Wien übersiedelt ins Bundessportzentrum Südstadt, hatte anfangs ziemlich Heimweh. Aber das war für meine Tenniskarriere die beste Entscheidung, die ich mit meinen Eltern gemeinsam getroffen habe.“ Österreichs Ex-Weltklassespielerin, die nun als Tennisexpertin für Eurosport tätig ist, hatte auch bei der Auswahl ihrer Trainer ein gutes Gespür. „Man muss sich gut überlegen, ob man einen strengen Coach nimmt, der auch mal die Peitsche schwingt, oder einen einfühlsamen Betreuer. Immerhin ist man zehn Monate im Jahr gemeinsam unterwegs.“

 

Ein Herz für Kinder

Wie sie leibt und lebt zeigte sich Judy Murray am Sonntagnachmittag. Dynamisch, charmant, humorvoll, aber auch mit der nötigen Konsequenz – so agierte Murray bei den „Girls Camps.“ Und etwa 40 tennisbegeisterte Mädchen waren fasziniert. „Ja, es hat großen Spaß gemacht“, meinte die achtjährige Ella Förtsch, die beim NHTC bereits Turniere spielt. Und Rasenhockey! Das aufgeweckte Mädchen eifert einem großen Vorbild nach: Angelique Kerber ist ihr Idol! Na dann viel Glück, Ella!

 

Kleiner Geburtstag mit Riesen-Torte gefeiert

Die Feste soll man bekanntlich feiern wie sie fallen: Fünf Jahre „NÜRNBERGER Versicherungscup“ – dieser „kleine Geburtstag“ ist am Sonntag mit einer illustren Gästeschar in der Public Area gebührend zelebriert worden. „Das Turnier ist ein Highlight für Nürnberg. Mein Dank geht an Dr. Armin Zitzmann von der NÜRNBERGER Versicherung und an Turnierdirektorin Sandra Reichel. Sie ist ein Energiebündel, das Jahr für Jahr hochkarätiges Damentennis garantiert und Nürnberg international in die Schlagzeilen bringt“, meinte Sport-Bürgermeister Dr. Klemens Gsell. „Das Turnier wird von Jahr zu Jahr besser“, sagte Armin Zitzmann und überreichte Sandra Reichel als Geburtstagsgeschenk einen Kaffeebecher mit Glücksschwein. Symbolisch! „Damit sie auch in Zukunft so ein glückliches Händchen hat.“

 

Der besondere Dank der Turnierdirektorin von „MatchMaker“ aus Oberösterreich galt der Stadt Nürnberg und dem Turniersponsor NÜRNBERGER Versicherung. Nach den Dankesworten war es soweit: Wer, wenn nicht sie, war prädestiniert, die riesige Geburtstagstorte anzuschneiden: Annika Beck ist die einzige Spielerin, die an allen fünf Turnieren teilgenommen hat. „Ich habe so viele positive Erinnerungen an dieses Turnier. Sandra macht es unvergesslich, sie lässt sich immer wieder etwas Neues einfallen“, verkündete die Deutsche, die mit ihrem natürlichen Charme die Fans und die Medienleute gleichermaßen bezaubert. Mächtig gefreut hat sich Annika Beck über das Geschenk von Sandra Reichel: Ein Trolly mit Bildern, die Annika bei den Turnieren von 2013 bis 2016 zeigen.


Fotos: Getty Images für NÜRNBERGER Versicherungscup