· 

Zum Auftakt eine kalte Dusche - 2. Tennisbundesliga

Frauen von Weiß-Blau Würzburg müssen Niederlage gegen Aufsteiger verkraften

 

Zweite Bundesliga Süd Frauen: TC Weiß-Blau Würzburg – TC BW Vaihingen/Rohr 2:7

 

Ärgerlich, unnötig und obendrein auch noch unglücklich könnte man den misslungenen Saisonauftakt für die Frauen des TC Weiß-Blau Würzburg mit der 2:7-Niederlage gegen Aufsteiger Vaihingen/Rohr beschreiben. „Es wäre viel mehr drin gewesen“, fasste Mannschaftsführerin Aline Staudt die Misere in Worte. Ähnlich hatte es schon die Körpersprache der Nummer eins im Team Tena Lukas ausgedrückt. Gesenkten Hauptes, den Kopf immer wieder ungläubig schüttelnd, schlich sie nach ihrem verlorenen Einzel zum Essen, so als wolle sie sagen: „Das kann doch alles nicht wahr sein.“

 

Lukas hatte kurz zuvor – wie auch schon Mannschaftskollegin Christina Ene – eine deutliche Siegchance vergeben: den sprichwörtlichen Sack im Match-Tiebreak bei 8:7 mit zwei eigenen Aufschlägen zuzumachen. Aber dass gerade Match-Tiebreaks ihre eigenen Gesetze haben, bestätigte sich schon beim Auftritt von Ene. Der Würzburger Neuzugang hätte nur seinen Matchball in Form eines Schmetterschlags ins Feld bringen müssen. Stattdessen flog der weit ins Aus und mit ihm die Hoffnung auf einen weiteren Punktgewinn, denn Enes Gegnerin nutzte ihre Chance. Wo Schatten ist, ist bekanntlich auch Licht.

 

Als ein solcher Lichtblick präsentierte sich Youngster Anne Knüttel. Mit geballter Faust und einem leisen „come on“ zeigte sie ihre Freude nach verwandeltem Matchball. Für die 15-Jährige war das ein erfolgreicher Einstieg heuer und zugleich ihr zweiter Sieg in Deutschlands zweithöchster Spielklasse nach der Premiere im letzten Jahr. Sie ging hochmotiviert bis auf wenige Augenblicke einer Konzentrationsschwäche zu Werke. Sehenswert die Aufholjagd im ersten Satz, als Knüttel in der entscheidenden Phase physisch und mental hellwach agierte und diesen mit 7:5 gewann.

 

Am wenigsten Mühe hatte Mannschaftsführerin Aline Staudt. In diesem Jahr auf Position sechs am Start, zeigte sie wenig fehlerhaftes Tennis, was ihr den 6:1, 6:2-Sieg brachte. „Ich weiß nicht“, antwortete sie gewohnt kritisch auf die Frage, ob sie mir ihrem Spiel zufrieden sei, „aber gewonnen ist gewonnen“.

 

Nach dem verheißungsvollen Beginn mit den jeweils ersten gewonnenen Sätzen auf den Positionen eins, zwei und fünf von Lukas, Ene und Anna Uljanov schien es, als ob die Weiß-Blau-Frauen einen grandiosen Saisonauftakt feiern könnten. Aber irgendwie verpassten sie die Abzweigung auf die Siegerstraße und landeten alle drei in einer Sackgasse namens Match-Tiebreak, aus der es kein Entrinnen gab. Plötzlich reichte die Palette der Emotionen von zu Beginn euphorisch bis am Ende zu tief betrübt. „Wir haben dreimal den Pfosten getroffen“, zog Goran Popov, WB-Cheftrainer, einen Vergleich mit vergebenen Chancen im Fußball.

 

Irgendwie mutete es an, als ob Glücksgöttin Fortuna den in den letzen Jahren bestehenden Pakt mit den Weiß-Blau-Frauen zumindest für diesen Tag aufgekündigt und stattdessen Wettergott Petrus das Feld überlassen hatte. Der verpasste dem Team zu allem Überfluss zur ohnehin kalten Dusche der Niederlage auch noch einen satten Gewitterregen.

 

Irgendwie wurden Erinnerungen an das erste Heimspiel im letzten Jahr wach. Auch da war ein Aufsteiger – damals Radolfzell – zu Gast und bestach mit ungewöhnlicher Konstanz. Nun finden sich die Aufsteiger auch in diesem Jahr nach dem ersten Spieltag mit dem höchsten Tagessieg an der Tabellenspitze und Staudt & Co. stehen am Ende des Feldes. Nicht gerade Selbstvertrauen bildend für die schwere Aufgabe am nächsten Heimspiel, Sonntag, 21. Mai. Da ist der erste von zwei Meisterschaftsfavoriten TC BASF Ludwigshafen zu Gast. Er verlor knapp mit 4:5 gegen den zweiten Favoriten TC Olympia Lorsch und wird alles auf einen Sieg setzen, um nicht schon zu Saisonbeginn abgeschlagen zu werden.

 

Einzel: Lukas – Buzarnesu 6:2, 1:6, 8:10; Ene – Fomina 6:2, 3:6, 9:11; Plecita – Drazic 3:6, 0:6; Knüttel – Schultheiß 7:5, 6:4; Uljanov – Schlagenhauf 6:3, 5:7, 5:10; Staudt – Holz 6:1, 6:2. Doppel: Lukas/Ene – Buzarnescu/Fomina 3:6, 6:3, 8:10; Plecita/Uljanov – Drazic/Schlagenhauf 1:6, 6:7(1); Knüttel/Staudt – Seibold/Schultheiß 3:6, 2:6.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0