Wohin verschlägt es die fränkischen Tennisspieler im Jahr 2016?

Johannes Härteis - Foto: Kirschbaum International
Johannes Härteis - Foto: Kirschbaum International

Das Abschneiden der deutschen Herren bei den Australian Open war? Themawechsel.

Wirft man einen genaueren und tieferen Blick auf das deutsche Herrentennis, wird man sehr schnell und mit einem Ansatz von einem Lächeln in Franken fündig. Gegen Ende des Jahres 2015, sowie auch zu Beginn des Jahres 2016, sorgte Maximilian Marterer für das Eine oder andere Ausrufezeichen. Dies wurde von der breiten Öffentlichkeit zwar nicht wahrgenommen. Zeigte jedoch, dass auch nach Alexander Zverev Bewegung im deutschen Tennis herrscht.

Gehen wir die fränkischen Spieler einmal durch und schauen, was im Jahr 2016 möglich ist. Und was vielleicht auch nicht.

Johannes Härteis

Der 19-jährige spielte im Jahr 2015 insgesamt 50 Matches auf Future- sowie Challengerebene. Auf der Future-Tour spielte er sich je in ein Halbfinale sowie in ein Finale vor. Ein wenig schade, dass er eben dieses Finale gegen Aldin Setkic, immerhin die Nummer 205 der Weltrangliste, nicht gewinnen konnte. Für einen jungen Spieler wie Johannes Härteis sollte der Fokus 2016 auf der spielerischen Entwicklung liegen. Ein Blick auf das Ranking, welches ihn zur Zeit auf Rang 749 sieht, hat wenig Aussagekraft. In diesem Jahr spielte er zwei ITF-Turniere. Erreichte dabei einmal das Viertelfinale. Kann er sich in diesem Jahr steigern, sollte er ein Stückchen im Ranking klettern können. Konstanz in den Ergebnissen wird ein Schlüssel dafür sein.

 

Robin Kern

Hatte in Eckental in der zweiten Runde der Qualifikation den starken Marton Fucsovics "auf der Pfanne". Musste sich aber leider in drei Sätzen geschlagen geben. Ist nun, mit 22 Jahren, wahrscheinlich reicher an Erfahrungen. Auch was sein eigenes Spiel betrifft. Ebenso wie Johannes Härteis bewegt sich Robin Kern um die 700 der Weltrangliste, aktuell auf Rang 716. Dies hat wie bei seinem fränkischen Kollegen wenig Aussagekraft. Der Start in das Jahr 2016 ist mit einer Matchbilanz von 5:1 hervorragend. Gute Ergebnisse auf der ITF-Tour sollten das Ziel für Robin Kern im Jahre 2016 sein. Um sich darauf aufbauend für höhere Aufgaben zu qualifizieren.

 

Matthias Wunner

Die aktuelle Nummer 687 der Weltrangliste hat sich im Jahr 2015 aus einer absoluten Abwärtsspirale befreit. Im Zeitraum von März bis Mai 2015 musste Matthias Wunner insgesamt sieben Auftaktniederlagen in Serie schlucken - um anschließend hervorragende Ergebnisse auf das Scoreboard zu bringen. Fünf Viertelfinals, ein Halbfinale und ein Turniersieg auf der ITF-Ebene folgten. Eine starke Leistung nach einem Tief, welches auf einen sehr guten Charakter schließen lässt. Wunner ist mit seinen 22 Jahren ebenfalls ein junger Spieler, welcher die besten Ergebnisse erst noch vor sich hat.

 

Florian Mayer

2011. Shanghai Masters. Runde der letzten 16. Florian Mayer spielte ein Weltklassematch gegen Rafael Nadal - und gewann mit 7:6 und 6:3. 2012. Wimbledon. Florian Mayer spielte sich völlig überraschend, das Publikum und die deutschen Tennisfans begeisternd, bis ins Viertelfinale. Endstation: Novak Djokovic. Solche Momente sind als Sportler faszinierend und vielleicht auch für immer besonders. Was allerdings wichtiger ist als besondere Ergebnisse: die Gesundheit. Man kann nur hoffen, dass Florian Mayer nochmals angreifen wird. Und uns vielleicht auf`s Neue überraschende Tennisgeschichten liefert.

 

Philipp Petzschner

Die Wundertüte. So unberechenbar wie die deutsche Bahn. Und immer wieder für positive Überraschungen gut. Natürlich liegt sein Fokus beim Doppel. Doch auch 2015 konnte er hin und wieder für Überraschungsmomente im Einzel sorgen. Warum auch nicht im Jahr 2016? Seine Spielweise hebt ihn von vielen anderen Spielern ab - und macht es speziell für jüngere Spieler immer wieder schwierig. So schlug "Petzsche" im September 2015 in Kuala Lumpur völlig überraschend den talentierten Japaner Yoshihito Nishioka. Alles kann. Nichts muss.

 

Maximilian Marterer

Unerklärlich, warum sein Name nicht öfters durch die sozialen Medien geistert. 20 Jahre jung, Nummer 249 der Weltrangliste und definitiv der Mann hinter Alexander Zverev. Auch wenn er vielleicht noch nicht in dessen Windschatten angekommen ist. Bis dato. Die letzten Ergebnisse lassen aufhorchen. Hauptfeldteilnahme beim ATP-Event in Sydney. Ein gutes Match gegen Pablo Cuevas dort im Hauptfeld, in welchem sich Marterer 6:4 und 6:4 geschlagen geben musste. Schlug zuvor in der Qualifikation mit Damir Dzumhur einen Top-100-Spieler. Der Bosnier grüßt derzeit von Rang 81 der Weltrangliste. Das dies alles nicht unbedingt als Eintagsfliege zu sehen ist, bewies er im Oktober in Stockholm. Dort spielte sich Marterer durch die Qualifikation, in welcher er unter anderem einen gewissen Nicolas Almagro schlug. Der hat seine besten Tage auf der Tour natürlich hinter sich, doch folgte in Runde eins ein tolles Match gegen Leonardo Mayer, welches Marterer nur in drei Sätzen mit 7:6 2:6 und 2:6 verlor.

 

Fazit: Franken darf sich freuen, die Wege gleich mehrerer junger Spieler auf der Profitour verfolgen zu dürfen. Und hat mit Maximilian Marterer einen Youngster in der Hinterhand, der sich vielleicht schon im Jahr 2016 Richtung Top 150 orientieren kann.

 

Ein Bericht von www.tennis-insider.de für www.Tennis-in-Franken.de

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