„Mit Novak Djokovic zu trainieren, war etwas ganz Besonderes!“

Trainingspause in Nizza: Yannik Hanfmann, Novak Djokovic und Maximilian Marterer
Trainingspause in Nizza: Yannik Hanfmann, Novak Djokovic und Maximilian Marterer

Interview mit Maximilian Marterer, der unverhofft die Gelegenheit bekam, vier Tage mit der Nummer 1 der Welt zu trainieren


Auch im harten Profigeschäft werden manchmal Träume wahr. Der Anruf erreichte DTB-Stützpunkttrainer Michael Kohlmann am 22. Oktober in Stockholm. Am anderen Ende der Leitung war Benjamin Ebrahimzadeh, seines Zeichens Leiter der Tennisakademie Mouratoglu in Nizza mit folgender Frage: „Hat dein Schützling Maximilian Marterer Lust, vom 27. bis zum 30. Oktober mit Novak Djokovic zu trainieren?“

Michael Kohlmann überlegte nicht eine Sekunde: „Natürlich wird Maximilian kommen! Das ist ja unglaublich, hautnah und live mit dem derzeit weltbesten Tennisspieler zu trainieren.“ Freuen konnte sich auch Yannick Hanfmann, der Trainingspartner von Marterer. Denn auch er durfte mit an die französische Mittelmeerküste.

 

Der Co-Trainer von Novak Djokovic, Marian Vajda, der Maximilian Marterer auf einigen Turnieren beobachtet hatte, zeigte sich angetan von dessen Können: „Er ist ein gutes Talent, das sicherlich mit Michael Kohlmann im Stützpunkt des DTB seinen Weg gehen wird.“

 

Uns hat der 20jährige Linkshänder, der in der TennisBase Oberhaching seinen eigentlichen Trainingsstützpunkt hat, verraten, was er aus der Trainingswoche mitnimmt und worin er die Stärken des Serben sieht.

 

Herr Marterer, Sie durften vergangene Woche gemeinsam mit Novak Djokovic in Nizza trainieren. Wie war es, mit dem derzeit weltbesten Tennisspieler auf dem Platz zu stehen?

Maximilian Marterer: Ich konnte wirklich viel mitnehmen aus der Trainingswoche mit Novak. Wir haben jeden Tag circa zwei Stunden gemeinsam auf dem Platz gestanden und ich habe viele hilfreiche Tipps für mein eigenes Spiel von ihm bekommen. Aber überhaupt schon die Möglichkeit mit ihm zu trainieren, war etwas ganz Besonderes für mich!

 

Konnten Sie Unterschiede zwischen dem Training von Novak Djokovic und Ihrem Training feststellen?

Es ist erstaunlich, mit welcher Konzentration er die Bälle spielt. Er ist hundertprozentig fokussiert und spielt auch im Training jeden Ball, als wenn es ein Match wäre. Das unterscheidet ihn meiner Meinung nach von vielen anderen Spielern. In dieser Hinsicht kann wirklich jeder Profi – auch ich – noch etwas von ihm lernen.

 

Wo liegen Ihrer Meinung nach die großen Stärken des Weltranglisten-Ersten?

Seine Beinarbeit ist einfach exzellent! Auch sein Return ist unglaublich stark, er returniert wirklich viel zurück und das fast immer in einer guten Qualität. An der Grundlinie ist Novak ebenfalls sehr stabil und spielt dort konstanter als jeder andere Spieler auf der Tour.

 

Hat er Ihnen Tipps für Ihr Spiel gegeben?

Er hat mir allem voran viele taktische Tipps gegeben. Der größte Tipp jedoch war, dass ich versuchen soll, näher an die Grundlinie zu kommen, um das Spiel mehr bestimmen zu können. Dadurch bin ich in der Lage, die Ballwechsel zu dominieren und kann den Gegner immer mehr in die Defensive drängen.

 

Nehmen Sie Erkenntnisse von dem intensiven Training mit Djokovic mit in die neue Saison?

Maximilian Marterer: Ich werde versuchen, die Erkenntnisse aus der Trainingswoche mit Novak bereits bei meinen letzten Turnieren in 2015 umzusetzen. Ich spiele jetzt das ATP Challenger Turnier in Eckental und danach noch zwei weitere Challenger im Ausland.

 

Mit in Nizza war die ganzen Tage Ihr DTB-Bundesstützpunkttrainer Michael Kohlmann. Hat er Ihnen Tipps gegeben, was Sie speziell von Novak Djokovic übernehmen können?

Die Ratschläge von Novak und Michael haben sich sehr geähnelt und übereingestimmt. Ich bin mit Michael in diesem Jahr schon viel unterwegs gewesen und wir arbeiten gemeinsam sehr intensiv an meinem Spiel.

Interview & Bild: btv.de

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