Knapp an der Sensation vorbei - SC Uttenreuth mit ganz starken Saisonleistungen

Christopher Aumüller - SC Uttenreuth
Christopher Aumüller - SC Uttenreuth

Die Partie der beiden ungeschlagenen Teams aus Bruckmühl-Feldkirchen und Uttenreuth hielt was sie versprach.  Die Gäste aus dem Mangfalltal traten mit einer ausgesprochen kompakten Mannschaft an und waren bis zur letzten Position mit international erfahrenen Spielern besetzt. Da Maximilian Marterer in der Qualifikation am Hamburger Rothenbaum antrat stand er den Gastgebern nicht zur Verfügung. Die Kompaktheit der Gäste  zeigte sich auch gleich im ersten Durchgang. SCU-Coach Sorin Rus-Barna war an Position 6  gegen den Österreicher Eitzinger chancenlos. Der bis dato ungeschlagene Jean Zietsman musste die Dominanz des sehr stark spielenden Nicolas Reissig anerkennen und beim 3:6;1:6 erstmalig in dieser Saison seinem Gegner zum Sieg gratulieren. Es war an Adrian Sikora den Rückstand nicht zu hoch ausfallen zu lassen. Sikora hatte Matchball gegen Julien Obry, verlor dann aber den Supertiebreak denkbar knapp mit 9:11.

Im zweiten Durchgang sah es dann deutlich besser  für den Gastgeber aus. Dennis Bloemke ließ Blazej Koniusz in keiner Phase zur Entfaltung kommen und holte mit 6:2;6:2 den ersten SCU-Punkt.  An der Spitzenposition zeigte Lamine Ouahab das komplette Repertoire seiner unkonventionellen Spielweise. Ballgefühl und Spielwitz begeisterten die Zuschauer. Mit seinem 6:2;6:4-Sieg gegen den Portugiesen Frederico Ferreira e Silva brachte er die Hausherren auf 2:3 heran. Den vierten Einzelpunkt für die Gäste holte dann aber Mateusz Kowalczyk mit 6:4;6:3  gegen Christopher Aumüller.


Da sich Bruckmühl dann auch noch zwei der drei Doppel holte ging der Sieg verdient an die Südbayern, die weiterhin ohne Verlustpunkt sind und – auch mit einem sehr guten Matchverhältnis ausgestattet -  ganz klar auf Meisterkurs liegen.


Am Sonntag ging es für den SC Uttenreuth beim TC Wolfsberg-Pforzheim weiter. Gegen das routinierte Team aus der Goldstadt gab es für den SCU noch nie etwas zu holen.  Maximilian Marterer gewann sein erstes Qualifikationsspiel in Hamburg gegen die Nr. 98 der Welt  und konnte seine Teamkollegen daher nicht unterstützen.


 Die SCU-Spieler erwischten jedoch einen Sahnetag. Adrian Sikora zeigte ab dem 9:9 im Supertiebreak gegen Ricardo Bellotti bessere Nerven als am Freitag und holte sich die hochklassige Partie gegen die Nr. 247 der Weltrangliste mit 11:9. Jean Zietsman steckte seine erste Saisonniederlage gut weg und gewann glatt gegen Holger Fischer. Lediglich Sorin Rus-Barna musste im ersten Durchgang den Punkt gegen den erfahrenen Andre Wiesler abgeben. Dennis Bloemke knüpfte nahtlos an seinen starken Einzelauftritt vom Freitag an und besiegte Marco Lenz mit 6:4;6:3.  Nachdem an Position 5 Christopher Aumüller dem sehr dynamisch spielenden Pascal Meis unterlag ruhten die Hoffnungen auf eine Einzelführung  auf Lamine Ouahab. Vor ca. 350 Zuschauern auf dem vollbesetzten Center-Court begeisterte Ouahab selbst  die Pforzheimer Fans. Als 18-jähriger wurde er als „Jahrhunderttalent“ in der Presse gefeiert, den großen Durchbruch schaffte er jedoch nie. Sein großartiges Gefühl für den Tennisball blieb ihm aber in all der Zeit erhalten und somit bietet er den Zuschauern Tennis der außergewöhnlichen Art. Es war keine Überraschung, dass er gegen den Italiener Roberto Marcora die 4:2-Führung erspielte.


Pforzheim gewann schon mehrfach alle drei Doppel und wechselte für diese Aufgabe drei frische Spieler ein. Als überraschend alle drei ersten Sätze an den SCU gingen richteten sich die Uttenreuther Fans auf einen entspannten Ausklang des Tennisnachmittags auf der schönen Pforzheimer Anlage ein. Doch Entspannung bleibt im Zusammenhang mit dem SCU ein Fremdwort.  Bloemke/Zietsman verloren den zweiten Satz gegen Lenz/Flock ebenso wie Aumüller/Rus-Barna gegen Gremelmayr/Junaid. Wenig später gingen auch die beiden Supertiebreaks an Pforzheim und als zeitgleich Ouahab/Sikora den zweiten Satz gegen Marcora/Bellotti abgaben herrschte Euphorie unter den vielen bis zum Ende ausharrenden Zuschauern. Nach deutlichem Rückstand war das Momentum nun komplett auf Seite der Hausherren. Ist es üblicherweise an den Betreuern die Spieler zu beruhigen  war es hier umgekehrt. Lamine Ouahab beruhigte den SCU-Betreuerstab, nahm dem Heimpublikum mit einigen spektakulären Punkten das Feuer und wandelte an der Seite des ebenfalls bärenstark spielenden Adrian Sikora im letzten Supertiebreak des Tages einen 3:3-Zwischenstand in ein 10:3.


Mit 8:2 Punkten belegt Uttenreuth nun Platz 2 der zweiten Bundesliga hinter dem TC Bruckmühl-Feldkirchen. Am Freitag ab 13 Uhr erwartet der SCU den nach Minuspunkten  punktgleichen Tabellendritten TC Großhesselohe mit seinem Mannschaftsführer Christopher Kas.  Am Sonntag um 11 Uhr steht dann das letzte Heimspiel der Saison gegen den TV Reutlingen an. Der SC Uttenreuth will beide Spiele in Bestbesetzung bestreiten um sich mit Siegen von seinem fantastischen Publikum zu verabschieden.

 


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