Favorit Jan Mertl hart gefordert - Florian Fallert einziger Deutscher im Halbfinale

Viertelfinale in Hambach am Tag der Deutschen Einheit. Noch drei deutsche Spieler waren im Wettbewerb und kämpften um den Einzug ins Halbfinale: Der Hauptstädter Bastian Wagner, für den der Weg aus der Qualifikation bis unter die letzten Acht bereits ein Riesenerfolg war; dazu der Oberfranke Kevin Krawietz, der die bayerischen Farben vertrat, und der Württemberger Florian Fallert. Nur zwei Gesetzte hatten die harten vorangegangenen Runden überstanden, die Nummer eins Jan Mertl (CZE) und die Nummer sechs Yannick Jankovits (FRA). Komplettiert wurde das Feld durch den Letten Martins Podzus, den österreichischen Qualifikanten Christian Trubrig und den US-Amerikaner Peter Kobelt.

 

Im ersten Match traf der athletische Lette Martins Podzus auf Bastian Wagner, dessen eher drahtig wirkender Konstitution man kaum ansieht, woher er die Kraft für sein laufintensives schnelles Grundlinienspiel nimmt. Podzus servierte sehr platziert und sicher, der Berliner hielt bis zum 4:5 im ersten Satz voll dagegen, dann verlor er erstmalig sein Aufschlagspiel zum 4:6. Auch im zweiten Satz genügte dem Letten ein Break, um das Match mit 6:4, 6:3 für sich zu entscheiden.

 

Die nächste Paarung gab von vornherein die Sicherheit, dass ein deutscher Spieler das Halbfinale erreichen würde: Kevin Krawietz traf auf Florian Fallert. Frühes Break im ersten Satz bei 1:1 für den Reutlinger, danach Satzgewinn mit 6:3. Im zweiten Satz bei 5:5 Break für Fallert, dann Rebreak. Im Tie-Break war Fallert mit sicherem, aggressivem Spiel in den entscheidenden Momenten der Glücklichere (7:5) und freute sich über seinen letztlich verdienten 6:3, 7:6-Erfolg.

 

Nach den bisherigen Auftritten beider Spieler waren die Zuschauer auf die Begegnung Jan Mertl gegen Peter Kobelt besonders gespannt. Sie wurden nicht enttäuscht. Beide servierten wirkungsvoll und sicher, Tie-Break war vorprogrammiert. Hier entschied ein Aufschlag- Punktverlust Kobelts zum 4:5 den ersten Satz. Der erfahrene und sehr abgeklärt spielende Mertl hielt den kleinen Vorteil und verwandelte seine beiden nächsten Aufschlagpunkte  zum 7:6-Satzgewinn. Umgekehrte Vorzeichen im zweiten Satz. Bei 1:1 Break für Kobelt, das er bis zum 6:4- Satzgewinn hielt. Im Entscheidungssatz kulminierte die Spannung. Bei 2 :2 und Aufschlag Mertl 15:40. Taktisch klug vermied der Tscheche das Break, das vermutlich vorentscheidend gewesen wäre. Bis zum 6:6 sichere Aufschlaggewinne beider Akteure, dann der Tie-Break: Bei 2:2 Aufschlag-Punktverlust Mertl. Nun zeigte sich die Klasse des Tschechen, der Kobelt beide Servicepunkte abnahm zum 4:3; dann 6:3 mit eigenem Aufschlag und 7:3, nachdem er den Amerikaner in eine lange Rallye gezwungen hatte. 29 Asse Kobelt, 14 Mertl. Ein Lehrstück für Matchführung unter Druck, großes Tennis!

 

Das letzte Viertelfinale ging schneller über die Bühne, da Christian Trubrig (AUT) durch die harten Matches zuvor in der Qualifikation und in den beiden vorangegangenen Hauptfeldrunden konditionell an seine Grenzen geriet. Bis zum 5:4 (mit Break) hielt er im ersten Satz noch mit, dann kam das Rebreak zum 5:5, der Satzverlust zum 5:7 und das schnelle 1:6 im zweiten Satz, Yannick Jankovits (FRA) zog souverän ins Halbfinale ein.

 

Das Finale im Doppel erreichten Johannes Härteis/Hannes Wagner mit 6:4, 3:6, 10:4 gegen die lettischen Zwillingsbrüder Janis und Martins Podzus. Die beiden Youngster aus der BTV TennisBase zeigten im entscheidenden Match -Tie-Break ein abgeklärtes Spiel und gingen als verdiente  Sieger vom Platz. Im zweiten Doppel-Halbfinale standen sich die als Geheimtipp gehandelten US-Boys Peter Kobelt und Connor Smith sowie

das fränkische Duo Kevin Krawietz und Maximilian Marterer gegenüber. Nach dem ersten Aufschlaggewinn der Amerikaner schnell mit 0:3 und 1:4 in Rückstand geraten, mussten Krawietz/Marterer nach einer Aufholjagd zum 4:4  den ersten Satz dennoch mit 5:7 abgeben. Auch der zweite Satz ging mit 6:3 an die Amerikaner Kobelt/Smith. Morgen kommt es somit im Doppelfinale erneut zu einem deutsch-amerikanischen Vergleich.

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