Hauptfeld ( 5. Tag ) - Kevin Krawietz weiter auf Vormarsch - Fünf Deutsche streichen die Segel

Der Beginn des Achtelfinaltages schien den Spielplan sprengen zu wollen, die drei ersten Matches dauerten jeweils weit über zwei Stunden. Die beiden Qualifikanten Bastian Wagner (GER) und Pavel Nejedly (CZE) lieferten sich ein hartes Grundlinienduell mit vielen langen, anstrengenden Ballwechseln. Der Berliner Bastian Wagner hatte beim 6:3, 1:6, 6:3 das bessere Ende für sich. Ein lebhaftes französisches Derby zwischen Yannick Jankovits (Setzung Nummer sechs) und Grégoire Barrere sah den Gesetzten als knappen Sieger mit 7:6, 2.6, 7:5. Den wechselvollsten Verlauf gab es in der Begegnung zwischen Michal Schmid (CZE, Setzung Nummer vier) und Christian Trubrig (AUT). Schmid gewann den ersten Satz im Tie-Break und war im zweiten bei 5:4 und eigenem Aufschlag auf Siegeskurs. Der Österreicher, der vor allem seine Aufschlagstärke ausspielte (insgesamt 20 Asse), gab nicht auf, glich aus und stellte im Tie-Break gegen den nun etwas entnervt wirkenden Tschechen mit 7:1 den Satzausgleich her. Der dritte Satz ging dann mit 6:3 an Trubrig, ein weiterer Gesetzter musste das Turnier verlassen.

Jan Mertl (CZE), die Nummer eins der Setzliste, löste seine Aufgabe gegen den Qualifikanten Lennart Zynga standesgemäß mit 6:4, 6:3, scheinbar ohne sich voll verausgaben zu müssen. Gespannt waren die Zuschauer auf das Match zwischen Maximilian Marterer (GER, gesetzt als Nummer sieben), der gestern den Titelverteidiger Neil Pauffley (GBR) in einem sehenswerten Match eliminiert hatte, und Peter Kobelt (USA). Der Amerikaner erinnerte in Körperhöhe und Aufschlaggeschwindigkeit ein wenig an seinen Landsmann John Isner. Mit 16 Assen und konsequenten Vorhand-Angriffsbällen setzte er sich gegen den bayerischen Youngster mit 7:6, 6:4 durch. Marterer spielte durchaus auf Augenhöhe mit, hatte im ersten Satz einen ungünstigen Start im Tie-Break mit zwei Aufschlag-Punktverlusten und verlor im zweiten Satz bei 2:2 sein Aufschlagspiel. Diese kleinen Konzentrationsverluste des Gegners reichten dem aufschlagstarken Kobelt zum Sieg.

 

Auch Matthias Wunner, ein weiteres bayerisches Eisen im Achtelfinal-Feuer, kam nicht in die nächste Runde. Der Lette Martins Podzus trumpfte eindrucksvoll auf und zog mit 6:1, 6:4 ins Viertelfinale ein. Im rein bayerischen Vergleich setzte sich der Oberfranke Kevin Krawietz, amtierender Bayerischer Meister im Herren-Einzel, nach holprigem Start (0:3, 2:4) in zwei Sätzen am Ende glatt mit 7:6, 6:1 gegen Hannes Wagner aus München durch und sorgte für das Verbleiben von wenigstens einem Spieler des Bayerischen Tennis-Verbands im stark besetzten Turnier.

 

Das „Match des Tages“ blieb Florian Fallert (GER, Reutlingen) und Jan Choinski (GER, Karlsruhe) vorbehalten. Der 18-jährige Choinski, in letzter Zeit recht erfolgreich und Nummer 26 der Junioren-Weltrangliste, lieferte dem erfahrenem Fallert, der in den entscheidenden Situationen des Matchs sehr fokussiert spielte, einen offenen Kampf, der knapp mit 7:5, 6:4 für den Württemberger endete.

 

Die Doppel brachten für die bayerischen Yougster eine kleine Entschädigung für die zuvor erlittenen Niederlagen im Einzel. Johannes Härteis/Hannes Wagner gewannen gegen Haenle/Wunner mit 7:6, 6:3 und Kevin Krawietz/Maximilian Marterer schickten die Briten Oakley/Pauffley mit 7:6, 6:2 nach Hause. Das letzte Doppel ging klar mit 6:2, 6:2 an die Amerikaner Peter Kobelt/Connor Smith gegen Strunk/Zynga.

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