Hauptfeld ( 4. Tag ) Jan Mertl als Nummer eins der Setzliste mit starkem Auftritt Maximilian Marterer schlägt Titelverteidiger Pauffley

Der zweite Tag des Hauptfelds, an dem die restlichen Spiele der ersten Runde im Einzel sowie die Doppel-Erstrundenspiele ausgetragen wurden, brachte zunächst eine Überraschung, als der Berliner Qualifikant Bastian Wagner die Nummer drei der Setzliste, Connor Smith (USA), mit 6:3, 6:2 aus dem Turnier warf. Eine verletzungsbedingte leichte Indisposition des Amerikaners schmälert die gute Leistung Bastian Wagners nicht. Der zweite Amerikaner im Feld machte es besser: Peter Kobelt ließ den bayerischen Nachwuchsspieler Sebastian Prechtel nicht zur Entfaltung kommen. Gegen das Aufschlaggewitter und die schnellen Vorhandschläge des Zweimetermannes war kein Kraut gewachsen, das 6:3, 6:2 war eindeutig. Hannes Wagner, Prechtels Trainingskollege von der BTV- TennisBase in Oberhaching, hatte eine angenehmere Aufgabe, die er souverän löste. Gegen den chancenlosen Qualifikanten Philipp Dittmer zog er mit 6:1, 6:1 nach kurzer Matchdauer in die zweite Runde ein.

Ein Kuriosum war die Paarung Pavel Nejedly (Tschechien) gegen den Württemberger Denis Kapric, der als Lucky Loser ins Hauptfeld gelost worden war und die exakte Neuauflage des Quali-Endspiels nicht allzu erfreut zur Kenntnis nahm. Immerhin war das Resultat etwas knapper, statt 6:1, 6:1 gewann Nejedly nunmehr 6:2, 6:2. Janis Podzus, der um eine Minute Jüngere der lettischen Zwillinge, schaffte es nicht, seinem gestern erfolgreichen Bruder Martins in die zweite Runde zu folgen. In einer vor allem im ersten Satz hochklassigen, tempoharten Begegnung gegen denTschechen Michal Schmid gab es ein 7:6,1:6, 6:1 für Schmid, der beim Dresdener Verein Blau-Weiß Blasewitz in der 2.Bundesliga spielt.

Der Wiener Christian Trubrig sorgte mit dem 6:3, 6:4 gegen Lukas Rüpke dafür, dass Österreichs Farben weiter im Turnier vertreten sind.

 

Sehr bemerkenswert war dann der Einstand der Nummer  eins der Setzliste, Jan Mertl (Tschechien, Weltrangliste Nr. 252). Gegen den gewiss nicht schlechten Marvin Netuschil setzte er sich mit seinem druckvollen und präzisen Spiel klar mit 6:3, 6:2 durch. Auf die weiteren Auftritte des für Erfurt in der 1.Bundesliga antretenden Top-Favoriten darf man gespannt sein. Johannes Härteis, der dritte Starter aus der TennisBase am heutigen Tage, war gegen den starken Qualifikanten Lennart Zynga (Halle/Westfalen) nicht vom Glück begünstigt und haderte am Ende mit einigen Entscheidungen des Schiedsrichters. Früher Aufschlagverlust im ersten Satz, am Ende 4:6. Im zweiten Satz Breakchancen, die etwas unglücklich nicht realisiert wurden. Im Tie-Break dann 3:7 und Sieg für den nervenstarken Zynga mit 6:4, 7:6.

 

Das „Match des Tages“ bestritten zwei Akteure, die sich bereits vor zwei Jahren gegenübergestanden hatten. Damals im Viertelfinale, dieses Mal bereits in der ersten Runde – auch ein Indiz für die hohe Qualität des Feldes von 2014. Neil Pauffley (Großbritannien), Sieger der letzten beiden Jahre, traf auf Maximilian Marterer, der ihm bereits 2012 alles abverlangt hatte und nur äußerst knapp in drei Sätzen unterlegen war. Die bayerische Nachwuchshoffnung hatte sich seitdem weiter verbessert, gute Turnierergebnisse erzielt und war mit dem Team des 1.FC Nürnberg im laufenden Jahr in die höchste deutsche Spielklasse aufgestiegen. Spannung war also vorprogrammiert. Im ersten Satz schaffte der Brite ein frühes Break, das aber von Marterer postwendend gekontert wurde. Ein erneutes Break brachte den jungen Fürther in Vorteil und ermöglichte ihm den 6:3-Satzgewinn. Bei den harten Ballpassagen war nicht zu übersehen, dass Marterer den Titelverteidiger immer öfter in Verlegenheit brachte und zu Fehlern zwang. Im zweiten Satz wandelte sich das Bild: Pauffley wurde sicherer, erhöhte den Druck, nahm seinem Gegner bei 2:1 den Aufschlag ab und schaffte mit 6:2 den Satzausgleich. Der Entscheidungssatz voller Spannung: Marterer wehrte bei 4:5 zwei Matchbälle ab, glich zum 5:5 aus, schaffte ein Break zum 6:5, blieb konzentriert und nervenstark und schaffte den 6:3, 2:6, 7:5-Sieg.

 

Auch die Doppelkonkurrenz wurde begonnen. Die Zwillingsbrüder Martins und Janis Podzus (Lettland) schlugen die bayerische Paarung Prechtel/Schnaitter mit 6:3, 6:2. Johannes Härteis und Hannes Wagner von der TennisBase setzten sich gegen Dittmer/Thurau mit 7:6, 6:4 durch.

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