Spannende Qualifikations-Endspiele Kevin Krawietz überrascht zum Auftakt des Hauptfeldes  

Zwar gingen die Endspiele der Qualifikation fast ausschließlich nach zwei Sätzen zu Ende, umkämpft und sehenswert waren sie jedoch in hohem Maße. Die Rangfolge entsprechend der Setzliste wurde weitgehend bestätigt. Die beiden Westfalen Marvin Netuschil (TC Iserlohn, Nr.1) und Philipp Scholz TC Kaunitz, Nr.12) lieferten sich ein Duell mit vielen schnellen Ballpassagen, das nach einigen Schwierigkeiten gegen Ende des zweiten Satzes mit 6:2, 7:5 an den Top-Gesetzten ging. Der Berliner Bastian Wagner (Nr.2) begann sehr stark, setzte Enzo Wallart (Frankreich) sofort unter Druck und gewann den ersten Satz schnell mit 6:1. Im zweiten Satz drehte der Franzose den Spieß um und gewann diesen mit 6:3, der Entscheidungssatz ging wieder an den Deutschen mit 6:3.

Dominik Böhler (TC Lauffen) leistete dem Österreicher Christian Trubrig (Nr.3) hartnäckig Widerstand. Am Ende ging der Sieg aber mit 7:5, 6:4 an den Gesetzten. Für eine Überraschung sorgte erneut der  Nürnberger Philipp Dittmer, der den an Nr.5 gesetzten Briten Keelan Oakley beim klaren 6:1, 6:4 nicht ins Spiel kommen ließ. Dies war der einzige Hauptfeld-Einzug eines ungesetzten Bewerbers.

Eine sehr ausgeglichene und trotzdem wohltuend fair verlaufende Paarung gab es zwischen Lennart Zynga (Nr.6) und Jannis Kahlke (Nr.9). Lennart Zynga bewies bei den entscheidenden Punkten Nervenstärke und hatte beim 6:3, 6:4 das Glück des Tüchtigen. Auch Simeon Rossier (Schweiz, Nr. 8) und Lukas Rüpke (Nr. 10) lieferten sich ein enges Match mit gelegentlichen Diskussionen über knappe Bälle. Der Norddeutsche Rüpke aus Bremen setzte sich mit 6:4, 7:5 durch. Pavel Nejedly aus Tschechien (Nr.7) ließ gegen Denis Kapric (Nr. 15) nichts anbrennen und zog mit 6:1, 6:1 souverän ins Hauptfeld ein. Christian Hirschmüller (Nr.13) musste für dieses Ziel nicht auf dem Platz arbeiten, er profitierte von der verletzungsbedingten Absage seines Gegners Daniel Uhlig (Nr.4).

Supervisor Knut Graebner aus Krefeld hatte für den dritten Turniertag einen wohlüberlegten Spielplan erstellt, der ab 15 Uhr die ersten Spiele des Hauptfeldes brachte. Das Spieltempo nahm sichtbar zu. Dabei gelang dem bayerischen Spieler Kevin Krawietz aus Coburg, der für den TC Großhesselohe in der 2. Bundesliga spielt, gleich eine Riesenüberraschung, indem er den an Nr.2 gesetzten Bastian Trinker (Österreich) in zwei Sätzen schlug (6:4, 6:3). Auch Trinkers Landsmann Mario Haider-Maurer hatte kein Glück, er unterlag dem Franzosen Yannick Jankovits mit 3:6, 5:7. Grégoire Barrere hatte mit 7:5, 6:3 gegen den Tschechen Michal Konecny den ersten französischen Erfolg gelandet. Der ältere der lettischen Zwillinge, Martins Podzus, gewann glatt (6:0, 6:2) gegen den Württemberger Pirmin Hänle, der 2008 im Finale gestanden hatte. Der Reutlinger Florian Fallert hatte einen eindrucksvollen Auftritt beim glatten 6:3, 6:2 gegen den Italiener Stefano Napolitano. Im „Match des Tages“ hatte der vorjährige Halbfinalist Matthias Wunner (1.FC Nürnberg) mit dem Franzosen Remi Boutillier einen starken Gegner, der wie er in der 2.Bundesliga im Mannschaftstennis angetreten war (TC Weinheim). Der dramatische Verlauf dieser hochklassigen Begegnung rechtfertigte den Ehrenplatz vollkommen. Erster Satz nach Break und Rebreak und vorübergehenden Vorteilen im Tie-Break für Wunner mit 7:6 an Boutillier, zweiter Satz nach Break für Boutillier und Rebreak für Wunner zum 5:5 mit 7:6 an Wunner. Im Entscheidungssatz frühes Break für Wunner zum 2:1, dann weiteres Break zum 5:2 und Abschluss des Thrillers mit 6:2 für den bayerischen Spieler.

Der zweite Hauptfeldtag beginnt um 10 Uhr, außer zehn Einzeln werden drei Doppel gespielt.

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