TBT 2014: Koellerer kann’s immer noch

Die beiden Topfavoriten haben sich beim Tie-Break-Turnier in Burgoberbach den Siegerscheck gesichert. Daniel Koellerer (AUT) und Lokalmatadorin Natali Gumbrecht drückten der Veranstaltung ihren Stempel auf.

Dampfende Nebelschwaden lagen über der Anlage, als die ersten Spieler eintrudelten. An den Spekulationen, welcher Scharfschütze dafür verantwortlich sein könnte, wollte sich Lucky Reischer lieber nicht beteiligen. Der selbsternannte Turnierfavorit erbettelte sich bei der offiziellen Umfrage im Vorfeld des Turniers von seinen Fans sage und schreibe 30 Stimmen (doppelt so viele wie Koellerer) und stand damit auch bei den Buchmachern ganz oben im Kurs. Unerklärlicherweise trafen die beiden genannten Exoten bereits im Viertelfinale aufeinander. Im vorweggenommenen Endspiel ließ Reischer „mit dem schwarzen Leiberl“ dem smarten Österreicher den Vortritt, um sich die Chance auf ein weltmännisches Interview nicht zu vermasseln. Am Ende schnappte sich Reisch Platz 6.

Reischers Harmoniedoppelpartner vom SC Nuttenreuth, Magnus Staudacher, musste heuer nicht den Beschützer von Jana Jordan (Anm. d. Red.: Name bitte nicht falsch aussprechen!) spielen und konnte sich vollends auf seinen Rückhand-Säbel konzentrieren. Leider erholte er sich von der vergebenen 6:2-Führung im ersten Match gegen den großen Dimke (Altenfurz) nicht mehr und beendete das Turnier als ehrenwerter Vorletzter. Psycho-Coach Thomas Trabos verlangte anschließend 10 Euro Spritgeld. Auch der Tipp von Weltenbummler Willi Strobel, „effortless“ mit lockerer Unterlippe zu spielen, verpuffte. Das nach wie vor unmenschliche Repertoire des Tomatenschädels war allerdings beim zweifachen Sieg über Gentleman Flo Halbers zu sehen.

Mitfavorit Ivo Klec spielte sich mit gepflegtem Drei-Tage-Bart erneut in die Herzen vieler weiblicher, vor allem minderjähriger Fans. Im Viertelfinale gegen den Clubberer Daniel Uhlig (Tennis WUG) war aber bereits Schluss. Edeltechniker Philipp Piyamongkol und Tobi Dankl schafften den Sprung ins Semifinale. Das Endspiel zwischen „Crazy D“ Koellerer und Uhlig kam aufgrund vieler unforced errors spät auf Touren, dafür brachte Lucky Reisch die Fans immer wieder mit lautstarken Schlachtgesängen in Wallung. Der ungewohnt wenig provozierende Koellerer fühlte sich von seinem Kontrahenten nur einmal auf den Schlips getreten, als Uhlig ihm beim Return die Vorhand anbot. Der Österreicher ließ sich nicht zweimal bitten und servierte einen starken zweiten Aufschlag durch die Mitte („I bin ja ned Irgendaner“). Erst im entscheidenden fünften Durchgang setzte sich die frühere Nummer 55 der Welt schließlich mit 7:5 durch. Zuvor hatten sich Natali Gumbrecht (SCU) und Lara Schmidt (FCN) einen ebenso heißen Fight um die Oberneuländer Tenniskrone geliefert. Aufgrund zeitgleich stattfindender feucht-fröhlicher Erlebnisse in der Dusche kann jedoch an dieser Stelle nichts vom Damenfinale berichtet werden.

Nur teils zufrieden zeigten sich Andy Eyrisch und Pascal Ehrmann (A-Town Style) mit ihren Ergebnissen, während L-Town-Rocker Frank Wühr ein erfrischendes Debüt beim TBT gab. Wühr hatte sich unter den Augen von Chef-Irokese Manu Scheller eine Wildcard von Tennis in Franken erspielt. Ein weiterer Lokalmatador, Klaus Moscher, spielt derzeit lieber mit anderen Bällen. Als absolute Bereicherung für das Turnier erwies sich der qualmende L&M-Slowake von der Grabsteinpflege Demes, dem das Kunststück gelang, mit einem Sieg und einem w.o.-Erfolg den siebten Platz zu erreichen.

Weitere Highlights eines World-Class-Tennistages: Staudi hörte 20 Meter Luftlinie entfernt noch einen lauten Donnerhall. Der große Dimke, Jana Jordan und die Wassertrüdinger Fraktion um Long Dong Tiz beschwerten sich über nicht enden wollenden Spam in diversen Gruppenchats (Rough Records). Im Wald nahe des Tennisgeländes dürften seit gestern Mittag Fliegen kreisen. Martin Schiess unterstrich seinen Ruf als Feierbiest. Demes bezeichnete Berdych als „arrogant player, no talent“. Koellerer machte Staudi für die schlechte Luft verantwortlich. Eyrisch fungierte nach gemeinsamen romantischen Dinner beim Italiener als neuer Busenfreund Koellerers. Scheller vertraute Reischer nicht seine Lose an. Der große Dimke ist sensationell.

Bericht: Fabian Reisch


Kommentar schreiben

Kommentare: 0