Analyse: Kevin Krawietz

Kevin Krawietz
Kevin Krawietz

Kevin Krawietz, 22 Jahre jung, hat bereits einen kleinen Meilenstein geschafft: Er schlug einen gewissen Ryan Harrison. Auch wenn sich dieser vielleicht nicht in der besten Form seines Lebens befand: Dies sind Meilensteine, die ein junger Spieler braucht um an Erfolge überhaupt glauben zu können. In diesem Bereich, dem mentalen, hat Kevin Krawietz also schon einen großen Schritt nach vorne gemacht.

Die Technik von Kevin Krawietz

 

Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber mich erinnert die Technik bei seiner Vorhand ein wenig an die von Tommy Haas. Allen voran der erste Teil seiner Ausholbewegung wenn er sich zum Schlag vorbereitet. Bei den Grundschlägen allgemein fällt auf, dass Krawietz sehr weiche Schwünge und Ausholbewegungen besitzt. Mir gefällt hier vor allem die Rückhand sehr gut. Diese ist durch die runde Ausholbewegung fast schon ein wenig auffällig. Viele Spieler sind bei der beidhändigen Rückhand darauf bedacht, den Schläger möglichst schnell und unkompliziert nach hinten zu bringen, wie beispielsweise Novak Djokovic. Krawietz dagegen besitzt eine weiche und runde Ausholbewegung. Seine grundschläge zeichnen sich durch eine solide Härte aus, wobei er aber auch gut den Topspin einsetzen kann. Besonders auf der Vorhandseite.

 

Seine Stärke aber ist der Aufschlag. Vor allem der Erste.

 

Krawietz wirft den Ball beim Aufschlag recht hoch. Hier werden kleine Erinnerungen an Tomas Berdych wach. Im Gegensatz zu Berdych zieht Kevin Krawietz allerdings nicht den rechten Fuß beim Service nach. Vielmehr legt der Franke seinen Fokus auf die beim Aufschlag typische Bogenspannung. Dadurch hat er nicht nur einen sehr harten ersten Aufschlag. Auch beim zweiten Service kann er durch diese Technik einen sehr guten Kickaufschlag spielen.

 

Vom Doppel zum Einzel

 

Durch seine Erfahrungen im Doppel spielt Krawietz einen sehr guten Volley. Auch im Einzel sucht er den Weg ans Netz. In der heutigen Zeit, in welcher fast alle Spieler von der Grundlinie agieren, eine willkommene Abwechselung. Diese Eigenschaft in seinem Spiel macht ihn vor allem auf schnelleren Belägen gefährlich.

 

Gepaart mit seinem guten Aufschlag ist dies eventuell ein Grund für seinen Sieg über Ryan Harrison. An einem guten Tag kann Krawietz in der Zukunft auf einem schnellen Untergrund sicherlich noch für die ein oder andere Überraschung gut sein.

 

Den nächsten Schritt gehen

 

Das Jahr 2014 wird für Kevin Krawietz sicherlich recht spannend. Es wird zeigen, in welche Richtung seine Karriere gehen wird. Ich bin mir recht sicher, dass er auf der Challengertour einige gute Ergebnisse erzielen kann. Mit 22 Jahren ist er dazu keinesfalls zu alt, um noch etwas zu reißen. Ganz im Gegenteil. Durch seinen angesprochenen Sieg über Ryan Harrison weiß er nun, dass er gewisse Spieler schlagen kann. Ein echter Vorteil.

 

Denn: Mal angenommen, er hat ein Match vor der Brust gegen einen im Prinzip für ihn nicht schlagbaren Spieler. Im Matchverlauf bekommt er dann aber die Chancen, sich Stück für Stück in die Nähe eines Sieges zu spielen. So wird er diesen Weg eher gehen können, als wenn er die Erfahrung eines Sieges gegen einen eigentlich höher eingestuften Spieler nicht hätte.

 

Mir gefällt das Spiel und vor allem der Spielertyp Kevin Krawietz sehr gut. Mit harter Arbeit und dem feilen an seinem Spiel kann er für gute deutsche Tennismomente im Jahr 2014 sorgen.

 

Das Wichtigste für ihn aber wird sein: Die Konstanz! gut spielen ist das Eine. Dieses Niveau, was man spielen kann, möglichst oft und regelmäßig zu bringen, ist die andere Sache. Hier kann Kevin Krawietz ansetzen und durch Erfahrungen und viele Matches an der Konstanz arbeiten.

 

Mein Rankingtipp: Mit einer gewissen Konstanz kann es für Kevin Krawietz im Jahr 2014 in die Top 300 und höher gehen.

 

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