Bauer Watertechnology Cup 2013 in Eckental

Kevin Krawietz Foto:Bohnert
Kevin Krawietz Foto:Bohnert

Heute startet die 17. Auflage des ATP-Challengers: Wer kann dem Topgesetzten Benjamin Becker in Eckental Paroli bieten? Namhafte Tennis-Stars als Zuschauermagnete im fränkischen „Tennis-Mekka“

 

Auch wenn der Bauer Watertechnology Cup natürlich nicht mit dem in der nächsten Woche einzigen „großen“ ATP-Turnier (Paris mit 3, 2 Millionen Euro Preisgeld) konkurrieren kann, blickt die internationale Tennis-Welt ab Samstag, dem Beginn des Qualifikationsturniers, für neun Tage lang auch ins atmosphärisch überaus geschätzte House of Sports.

 

Turnierdirektor Marcus Slany rief und viele namhafte Tennisstars, die auch bei den Grand Slam-Turnieren zuhause sind, gaben ihre Meldung für Eckental ab. Das fränkische „Tennis-Mekka“ gehört in dieser Woche zusammen mit Genf, Charlottesville, Montevideo, Seoul, Taralgan und Casablanca zur zweithöchsten Kategorie („Challenger“) im weltweiten Tennis-Zirkus.

 

Becker führt das Feld an

 

Angeführt wird die Meldeliste von Benjamin Becker, der nach seinen letzten Stationen Tokio, Schanghai und Stockholm nun Eckental ansteuert und als Nr. 74 topgesetzt ist. Damit ist der er 32-Jährige, der bislang auf Rasen seinen einzigen Titel erspielte (2009 in s-Hertogenbosch), zwangsläufig der „Gejagte“. Seit 2005 im Profi-Zirkus musste er sich in den letzten beiden Jahren nach einer langwierigen Verletzung wieder zurück kämpfen. Seine beste Platzierung auf der Weltrangliste liegt schon gut sechs Jahre zurück (Nr. 38), in dieser Saison gelang ihm wieder der ersehnte Sprung unter die Top 100 und dies obwohl er bei den letzten beiden Grand Slams nicht gerade vom Losglück verfolgt war. Mit Novak Djokovic in New York und Andy Murray in Wimbledon hatte er in einer frühen Turnierphase unüberwindbare Hürden vor sich. Bleibt die Kardinalfrage: Kann er als aussichtsreichster Deutscher die Nachfolge von Daniel Brands antreten, der im Vorjahr in Eckental triumphierte.

 

Die Liste der Herausforderer – der „Cut Off" (sprich: die letzte ATP-Nr des Spielers, der noch ins Hauptfeld rutscht) lag heuer bei 253, was die Leistungsdichte des Feldes ausdrücklich unterstreicht. Einer der Geheimfavoriten ist sicherlich auch Ruben Bemelmans als „Stammgast“ im House of Sports. Den besten Beleg dafür lieferte er vor kurzem beim hoch dotierten Turnier in Wien: Er warf den deutschen Spitzenspieler Philipp Kohlschreiber mit 4:6, 6:1, 7:6 (0) aus dem Rennen, ehe er sich dem Tschechen Lukas Rosol in drei Sätzen geschlagen geben musste.

 

Kultstar und bayerische Wildcard-Spieler

 

In der gleichen Region wie Bemelmans liegt auch Dustin Brown (140) auf der ATP-Weltrangliste. Der Deutsch-Jamaikaner mit der Rasta-Frisur genießt schon fast „Kultstatus“ und zieht aufgrund seiner spektakulären Spielweise die Fans seit Jahren magisch an. Beim diesjährigen Wimbledon-Turnier gelangen ihm große Tennis-Schlagzeilen: Nachdem er in London sich mit drei Siegen durch die Qualifikationsmühle gekämpft hatte, ließ er mit zwei Hauptfeldsiegen gegen Guillermo Garcia-Lopez und Lleyton Hewitt aufhorchen. 63.000 Dollar für diesen Husarenauftritt! Im Vergleich dazu: In Eckental werden insgesamt 30.000 Doller ausgespielt und die so genannte „Hospitality“. Und trotz dem für internationale Verhältnisse bescheidenem Preisgeld ist dieses Challenger-Turnier für viele klangvolle Namen eine überaus willkommene Adresse.

 

Mit von der Partie ist auch Miloslav Mecir, der Sohn des gleichnamigen Weltklasse-Spielers. Ein interessantes Gesicht in der Szene, derzeit auf  Platz 242 platziert. Gleiches gilt natürlich auch für Kevin Krawietz, der zwar den „Cut“ nicht erreichte, aber mit einer BTV-Wild Card doch ein Eckental-Ticket erhielt. Der Coburger, ehemals Wimbledon-Sieger im Junioren-Doppel, wird als fränkisches Aushängeschild natürlich alles versuchen, in der Heimat gegen die ranghöheren Mitstreiter die ein oder andere Überraschung zu schaffen. Max Matterer (Fürth) und Robin Kern sind weitere WC-Besitzer.

 

Tolles Tahmenprogramm

 

Eckental ist nicht nur Tennis vom Feinsten, sondern kann auch alljährlich mit einem attraktiven Rahmenprogramm und einem liebenswürdigen Sponsorendorf aufwarten. Hochspannung gibt es bereits am ersten Turniertag, wenn Bürgermeister Wilfried Gläser und Dr. Peter von Pierer (Ehren-Bezirksvorsitzenderm von Mittelfranken) das Hauptfeld auslosen, während die Quali-Akteure nur einen Steinwurf weiter entfernt auf dem schnellen Center Court um den begehrten Einzug ins 32er-Feld kämpfen. Am Montag „Weinprobe mit der Weinecke und Bodega“, am Dienstag „Meet and Great“ mit den Aktiven, am Mittwoch „Family Day“, am Donnerstag „Flying Hirsch Red Bull“ und dann folgt das lange Tennis-Wochenende, an dem die Sitzplätze sicherlich heiß begehrt sind. Viertelfinale an Allerheiligen, Halbfinale am „Ladies Day“ und schließlich der krönende Finaltag am ersten November-Sonntag. Um 12.00 Uhr Doppel-Endspiel und um 14.00 Uhr der erste Aufschlag im Einzel-Finale.

 

Volles Programm also im House of Sports, das im Vorjahr über 7000 Tennisfans besuchten und den Ortsteil Brand für ein paar Tage zum Tennismittelpunkt in Deutschland machten. Schließlich ist der Bauer Watertechnology Cup nicht nur das größte Indoor-Turnier in Süddeutschland, sondern auch die mit Abstand hochwertigste Tennis-Veranstaltung in Deutschland in dieser Turnierwoche. Fränkisches Tennisherz, was willst Du mehr? Bericht: Bertram Wagner

 

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