Doppelter Weltrekordversuch geglückt

Foto: BTV
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Ausschlaggebend dafür war eine eigentlich waghalsige Taktik. Anstatt wie die bisherigen Rekordhalter aus den USA die Bälle immer einmal aufspringen zu lassen, streuten Frank und Dennis Fuhrmann jede Viertelstunde Volleyduelle ein. Diese bringen zwar in kurzer Zeit sehr viele Netzüberquerungen, sind aber auch wesentlich risikoreicher, weil weniger Zeit zum Reagieren bleibt. Bereits um 9 Uhr war der erste Weltrekord der meisten Schläge in einer Stunde geschafft und es fehlten „nur“ noch 17.772 Ballwechsel bis zu den meisten Schlägen ohne Fehler.

Auf einer Tafel wurde dies den Zuschauern und den Spielern mitgeteilt. „Ich hatte morgens einige Bedenken, was den ersten Rekord anging und war daher zu Beginn auch recht nervös. Als ich erfahren habe, dass der Rekord geknackt ist, hat sich ein leichtes Kribbeln eingestellt, das dann fast schon in Euphorie umschlug, denn ich war ab diesem Zeitpunkt in einer Sache der Beste der Welt“, berichtet Dennis Fuhrmann. Trotzdem blieben beide Spieler äußerst fokussiert und kamen Stunde für Stunde dem zweiten Weltrekord näher, wobei sie immer wieder zwischen Volleyduellen und Ballwechseln im Kleinfeld variierten. Überhaupt hatte das Ganze wenig mit dem normalen Turniertennis gemein. Statt krachender Schläge in die Ecken gab es zentimetergenaues Zuspiel mit möglichst wenig Drall und mit ausreichendem Abstand zum Netz. Und auch die Entfernung der Spieler war keinesfalls von Grundlinie zu Grundlinie, sondern von Aufschlagfeld zu Aufschlagfeld. Immer wieder fragten beide nach dem Wohlergehen des Partners, sagten an, wenn sie sich kratzen werden oder wenn sie einen Schluck aus ihren Hydropacks nehmen wollten, damit der andere nicht überrascht und in seiner Konzentration gestört wird. Um 12:59 Uhr schließlich war auch der zweite Weltrekord, der bis dato bei 25.944 Ballwechseln gelegen hatte, geknackt. „Beim ersten Weltrekord war klar, dass wir ihn knacken, weil auch Fehler erlaubt waren. Dass wir aber bereits nach 5 Stunden den zweiten Weltrekord knacken, hätten wir nicht gedacht. Die ersten 10 Minuten Volleyduell waren eine entsprechende Katastrophe, weil die Konzentration abfiel“, erklärt Frank Fuhrmann. Weil sich aber beide das unglaubliche Ziel gesetzt hatten, den Rekord zu verdoppeln, kam der Ehrgeiz bald zurück. Erst nach 51.004 Ballwechseln und 10 Stunden 12 Minuten Spielzeit passierte dann der erste Fehler. Dennis Fuhrmann beschreibt die Vorgeschichte folgendermaßen: „Bereits die erste Stunde war sehr intensiv, was sich auf Schultergürtel und Lendenwirbelbereich ausgewirkt hat. Wir waren nach über 10 Stunden körperlich schon sehr müde und haben daher versucht, in kurzer Zeit nochmals viele Schläge zustande zu bringen. Wir haben das Tempo bei den Volleys stark erhöht und damit natürlich auch das Risiko.“ Ein Netzroller bedeutete schließlich den Anfang vom Ende. Zwar konnte Frank Fuhrmann den Ball zurückspielen, dennoch war der Rhythmus verloren. Nur einige Schläge später traf Dennis Fuhrmann den Ball unsauber, er sprang damit auf Frank Fuhrmanns Seite ungewöhnlich ab, woraufhin er nicht mehr in der Lage war, den Ball über das Netz zu spielen. Sofort entlud sich die gesamte angestaute Anspannung. Beide gingen zu Boden und ließen ihren Tränen der Freude und Erleichterung freien Lauf. Nach einer kurzen Zeit der Verarbeitung ließ es sich Frank Fuhrmann nicht nehmen, persönlich dem Förderverein des Kinderhauses Bayreuth e.V. einen Scheck über 2.750 Euro zu überreichen, der über Spendengelder und den Erlös aus der Saftbar der ersten Juniorinnen des TC Am Lerchenbühl Bayreuth zustande gekommen war. Trotz erfolgreicher Durchführung des Weltrekords ist die Arbeit von Frank und Dennis Fuhrmann noch nicht beendet. „Alle Offiziellen des Rekordes fertigen nun Berichte an, die übersetzt werden müssen. Das wichtigste ist zudem das Schneiden des Videos, damit einwandfrei belegt werden kann, dass auch tatsächlich 51.004 Ballwechsel ohne Fehler im Rahmen der ganz normalen Tennisregeln gespielt wurden. Es ist ein Arbeitsaufwand von etwa 2 Wochen“, sagt Frank Fuhrmann. Erst ca. sechs Wochen später gibt es dann die offizielle Entscheidung von Guinness World Records und damit die Belohnung für die waghalsige Taktik.Bericht: BTV

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